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Wann passt ein Sattel?
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Überprüfung der Passform
Manuelle und visuelle Kontrolle vor dem Reiten
Visuelle Überprüfung nach dem Reiten
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Visuelle Überprüfung nach dem Reiten

Eine weitere, sehr gute Form die Passform eines Sattels zu kontrollieren, ist die visuelle Überprüfung nach dem Reiten.

Diese Methode hat den Vorteil, dass alle Drücke, die während der gesamten Reitdauer auf die Sattellage eingewirkt haben, das Ergebnis beeinflussen.

Zu dieser Kontrolle sollte das Pferd so lange geritten werden, bis es unter dem Sattel komplett geschwitzt ist. Bei gut trainierten Pferden ist dies natürlich schwieriger. Man kann sich manchmal damit helfen, daß man als Sattelunterlage ein nicht schweißaufsaugendes und nicht luftdurchlässiges Material benutzt. Beim Westernsattel z. B. ein Neoprenpad und bei Englischsätteln zur Not eine Kunststoff-Folie.

Das Schwitzbild unter dem Sattel ist optimal, wenn der ganze Bereich in dem der Sattel aufliegt, gleichmäßig nass geschwitzt ist. Es gibt drei Sorten trockene Stellen:

Trockene Stellen im Bereich Wirbelsäule und Widerrist sind normal, da hier der Sattel ja nicht aufliegen darf.

Große trockene Stellen in der Mitte der Sattelauflage. Dies ist ein Zeichen dafür, daß das Pferd unter dem Sattel noch nicht komplett geschwitzt ist. Vorne und hinten ist die Reibung zwischen Sattel und Pferd die größte, in der Mitte liegt der Sattel dagegen meist ruhig. An den Stellen der erhöhten Reibung fangen die Pferde auch zuerst an zu schwitzen. Dies hat keine Aussagekraft für die Passform des Sattels. Das Pferd ist eben noch nicht genug geschwitzt.

Bis zu Handflächen große trockene, meist symmetrisch auftretende, aber auch einseitige Stellen, die zu den sie umgebenden nassen Bereichen klar abgegrenzt sind. Diese sind trocken, weil der Druck des Sattels hier so groß ist, daß die Funktion der Schweißdrüsen unterbunden wird. Diese trockenen Stellen als solches schädigen das Pferd noch nicht, stellen jedoch eine Warnung dar:
sie könne erste Anzeichen für eine beginnende dauerhafte Schädigung der Haut- und der darunterliegenden Gewebepartien wie Unterhaut, Bänder oder Muskulatur sein. Der Sattel sollte auf jeden Fall von einem Fachmann überprüft werden. Wenn man diese Warnung nicht beachtet und weiter reitet, folgt als nächstes Symptom daß die Stellen warm werden, in der Tiefe spürt mann kleine Verhärtungen, danach kann es zu schmerzhaften ausschwitzenden Schwellungen kommen, die Haare fallen aus, die Heilung dauert Wochen, und oft bilden sich hier nach Monaten weiße Haare.

Wenn ein Pferd stark überbaut ist, oder richtiger gesagt, wenn die Sattellage nach hinten stark ansteigt, erhöht sich der Druck auf die vorderen Teile der Sattellage naturgemäß. Selbst bei angepassten oder verstellbaren Sätteln, wo der Schwerpunkt des Reiters selbst bei so ungünstigen Voraussetzungen an der richtigen Stelle liegt, bleiben schiebende Kräfte nach vorne. In diesen Fallen muß manchmal wirklich ein schwieriger Kompromiss gesucht werden.

Wenn die Haare unter der gesamten Sattellage glatt liegen, ist dies optimal. Gekräuselte Haare deuten auf zu viel Bewegung zwischen Sattel und Pferd hin. Bei Sätteln mit beweglichen Elementen kann es vorkommen, daß in der Mitte des Sattels die Haare nicht ganz glatt liegen. Dies ist, solange sie nicht abbrechen zu akzeptieren.

Abbrechende Haare unter dem hinteren Bereich der Sattelunterlage deuten ebenso auf zu viel Bewegung zwischen Sattel und Pferd hin. Bei langen Sätteln (vorzugsweise Westernsättel) und Pferden, die in Längsrichtung viel Bewegung haben, kann dies auch bei passenden Sätteln manchmal ein Problem sein. Besonders in Zeiten des Fellwechsels fällt den Reitern Haarbruch im Lendenbereich der Pferde auf- eine Tatsache, die aus der im Herbst und Frühjahr oft brüchige Haarstruktur erklärbar wird. Wenn unter das Sattelende, welches selbstverständlich nicht drücken darf, dann eine glatte Folie unterlegt, ist das Phänomen verschwunden und mit dem Nachwachsen des Haares auch behoben.

Nach dem Reiten sollte man natürlich auch überprüfen, ob Sattel und Bauchgurt verrutscht sind. noch Sie sollen optimalerweise an der Stelle liegen, wo sie beim Satteln hingelegt wurden. Wenn ein Sattel nach vorne rutscht kann es an einer zu weiten Kammer liegen. Ein nach hinten rutschender Sattel hat oft zu wenig Schwung.

Die von Laien manchmal praktizierte Methode, unter den Sattel eine dünne weiße Decke zu legen und nach dem Verschmutzungsgrad die Passform des Sattels beurteilen zu wollen, ist untauglich. Wie schon erwähnt ist die Reibung zwischen Sattel und Pferd am vorderen und hinteren Ende der Auflagefläche immer größer. An diesen Stellen ist die Decke dann verschmutzt, in der Mitte sauber. Auf die Drücke, die zwischen Sattel und Pferd herrschen, kann man so keine Rückschlüsse ziehen.

 
   
   

 



Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 12. November 2017 um 16:52 Uhr