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Einstellen älterer, einstellbarer (beweglicher)  Sättel

Zu jedem Termin berechnen wir eine Anfahrtpauschale in Höhe von 45,00 €.

Die Kosten für die Neueinstellung nachfolgender Sättel durch Way Out West bei Ihnen vor Ort, belaufen sich auf  350,00 €(inklusive Einstellmaterialien, exklusive Schaumstoffeinlagen und Kunststoffpanels)

Einstellen des UltraFlex Vario

Bei allen UltraFlex Vario Modellen sind die Auflageflächen mit je zwei Innensechskantschrauben für 5 mm Innensechskantschlüssel von unten mit dem Baum verschraubt. In den Schaumstoffkissen und der Kodelabdeckung sind an der entsprechenden Stelle Löcher vorhanden. Die Auflageflächen bestehen von oben nach unten aus einer großen (sichtbaren) Lederplatte, einer kleinen stabilen, und einer großen, dünneren Kunststoffplatte. Darunter liegt das Schaumformkissen, welches zum Pferd durch eine Schicht Kodelmaterial abgedeckt ist. Eine Unterlegscheibe verhindert, daß die Schrauben sich in die Kunststoffplatten hineinziehen. Die Gummi-Distanzscheiben müssen immer oben und unten von einer der harten Kunststoffscheiben abgedeckt werden.
Die Verstellmöglichkeiten entsprechen denen der Oakfield Modellen. Zusätzlich besteht beim UltraFlex die Möglichkeit den Schwung des Sattels durch Hartschaum Stücke, die zwischen Baum und Auflageflächen geklettet werden, zu vergrößern. Bei Einstellungen mit sehr viel Distanzscheiben vorne kann die Auflagefläche im vorderen Bereich durch Hartschaumdistanzstücke unterstützt werden.

 

Einstellen der Adjuster-Modelle

Die Adjuster-Modelle sind genau so zu verstellen wie die UltraFlex-Vario Sättel. Anstatt eines Schaumformkissens besitzen sie nur eine dünne Neoprenschicht. Daher müssen diese Sättel immer wie jeder herkömmliche Westernsattel mit einem dicken Westernpad geritten werden.

Wenn Sie bei der Einstellung Ihres Sattels Probleme haben, bitte rufen Sie uns an. Wenn Sie weitere Ersatzteile (Distanzscheiben, Schaumstoffstücke, Hartschaumstücke) benötigen, senden wir Ihnen diese gerne zu.

 

Einstellen der Oakfield Classic/Trekking/Grande

Hier kann eine Änderung der Passform problemlos durchgeführt werden. Die Auflageflächen (Kissen) sind am Baum mit je einer Schraube vorne und hinten befestigt. Beim Oakfield Classic mit Innensechskantschrauben für 5 mm Innensechskantschlüssel, Beim Oakfield Trekking und Grande durch die von außen sichtbaren Schrauben mit Ösen.

Zwischen Baum und Kissen befinden sich vorne und hinten an den Verschraubungsstellen Hartgummi-Distanzscheiben, die den Abstand der Kissen an diesen Stellen zum Baum regulieren.
Die Befestigungsschrauben der Kissen können vorne in drei verschiedenen Positionen eingeschraubt werden. Je tiefer die Einstellung ist, desto weiter wird die Kammer.
Wenn man die Kissen abschraubt, sieht man eine Öffnung, die mittels eines Klettstreifens verschlossen ist. Wenn man diesen öffnet sieht man eine Kunststoffplatte und darunter ein Kunststoffschaumkissen. Durch Einfügen von weiteren Schaumstoffteilen können die Kissen umgepolster werden.

Wenn der Sattel vorne oder hinten zu hoch liegt, der Winkel des Sattels auf dem Pferderücken also nicht stimmt, kann das durch die Distanzscheiben ausgeglichen werden. Das Gleiche kann durch Hinzufügen oder Herausnehmen zusätzlicher Schaumstoffteile in den Kissen geschehen.

Ebenso läßt sich der Schwung (Biegung) des Sattels verändern. Brauche ich mehr Schwung, füge ich in der Mitte der Kissen Material hinzu, brauche ich weniger Schwung, muß ich die Kissen vorne und hinten dicker machen.

Zu beachten ist, daß eine Veränderung des Abstandes zwischen Kissen und Baum immer auch eine Veränderung der Biegung der Kissen bedeutet.

Wenn das Pferd ausgeprägte Kuhlen hinter der Schulter hat, können an dieser Stelle die Kissen ebenfalls aufgepolstert werden, um eine wirklich gleichmäßige Auflage auf dem Pferderücken zu erreichen. Erst wenn der Sattel auch hinter der Schulter gleichmäßig aufliegt, ist die erforderliche Schulterfreiheit gewährleistet.

Die zusätzlichen Schaumteile müssen zwischen Kunststoffplatte und Schaumformkissen eingeschoben werde.

Wenn der Sattel nach vorne rutscht, kann es daran liegen, dass die Kammerweite zu groß ist. Gleichzeitig würde der Sattel vorne zu tief liegen. Eine andere Ursache wäre zu viel Schwung. Dies hätte zur Folge, daß der Sattel auf dem Pferderücken wippt. Bei Pferden mit stark ansteigender Sattellage (überbaut) verhindert ja nur die Schulter ein weiteres nach vorne rutschen. Ist diese unglücklicherweise wenig ausgeprägt, kann es manchmal schwierig sein, den Sattel an seinem Platz zu halten. Durch Aufpolstern der Partie hinter der Schulter kann hier Abhilfe geschafft werden.

Wenn der Sattel nach hinten rutscht, liegt es meist daran, dass der Sattel weniger Schwung als der Pferderücken hat. Er rutscht dann mit seinem vorderen Ende in die Biegung des Pferderückens hinein.

Mit der V-Gurtung der Oakfield Sättel kann man ebenfalls versuchen, den Sitz des Sattels zu stabilisieren. Im Normalfall sollen beide Gurtstrupfen gleich fest gegurtet werden. (Was wegen der Abstände der Löcher nie ganz möglich ist.) Gurt ich die hintere Strupfe fester als die vordere, wird der Sattel tendenziell nach Vorne gezogen. Die Befestigungspunkte der Gurtung können aber auch je nach Bedarf der Sattellage in der Aufhängung verändert abgebracht werden.

Wenn ein Sattel schief rutscht, liegt das fast immer an der Asymmetrie des Pferdes und nicht am Sattel. Auch der Sitz des Reiters spielt hier eine Rolle. Die sinnvollste Gegenmaßnahme ist auf jeden Fall, an der Symmetrie des Pferdes, wie schon ausgeführt, zu arbeiten. Dies ist natürlich nur in weniger Fällen so möglich, dass es zu eine dauerhaften Korrektur des Exterieurs kommen kann. Kein Reiter ist in der Lage eine Schiefe von ca drei cm unterschiedlichen Muskelpartien "hinwegzureiten" oder eine orthopädisch bedingte deutliche Schiefe zu korrigieren, und dies sind sehr häufige Probleme bei Pferden. Hinzu kommt die durch die natürliche Einseitigkeit der Reiter selbst oft noch verstärkte gleichseitige Schiefe der Freizeitpferde. Es ist ein frommer Wunsch, dass ein Freizeitreiter das Können, oder auch nur die Lust hat, sein Hobby darin zu sehen, sich und sein Pferd ständig zu korrigieren. Die meisten Freizeitreiter möchten verständlicherweise nichts als entspannt mit ihren Pferden spazierenreiten, ein wenig Dressurarbeit, ein wenig Trailarbeit und Reiterspiele betreiben.

Man kann in extremen Fällen, die eben nicht durch Arbeiten auszugleichen sind, versuchen, die ungleiche Form der Sattellage durch unterschiedliches Aufpolstern der Kissen zu verändern, um den Reiter komfortabler hinzusetzen. Wenn dies nicht genügt, oder zur Unterstützung kann der Abstand zwischen Baum und Kissen verändert werden. Eine weitere Möglichkeit, den Sattel gerade zu halten besteht darin, die hintere Gurtstrupfe auf der Seite, zu welcher der Sattel rutscht.

Ein weiterer Gesichtspunkt, dem nicht genügend Wertigkeit geschenkt wird, ist das Schiefziehen der Sattelbäume durch falsches Aufsteigen. Leider sind die kleinen Treppchen, die wir früher in den alten Reitställen regelmäßig fanden, alle wieder verschwunden, weil verpönt. Dabei ist dies wohl zum Teil falsch verstanden, denn die Aufsteigtreppchen waren auch aus reiterlichen Erwägungen, nicht etwa nur für Faule dorthin gelangt...Nun zieht sich eben jeder Reiter so mehr schlecht als recht täglich ein- oder mehrmals auf das Pferd.
Eine große Anzahl hochkomfortabler Sattelbäume werden hierdurch auf Dauer nach links verzogen und sind so auch unter dem Reiter auf Dauer schief.
Dass das Aufsteigen ohne Aufsteighilfe dem Pferd schadet finden wir schon in der über 200-jährigen Literatur, die einseitige Belastung der Dornfortsätze im Widerristbereich, hier sind sie am längsten, führen zu immer wieder kleinen schmerzhaften Rotationen der kleinen Wirbelgelenke und nach Monaten und Jahren zu Entzündungen und auch Arthrosen.
Und je weniger starr und je mehr federnd, leicht und orthopädisch sinnvoller die Sättel für Reiter und Pferd gebaut werden, je empfindlicher werden sie natürlich auch gegen solche enormen seitlichen Zugkräfte, wenn ein Reiter jedes Mal 6 Sekunden braucht, um sich mühevoll an der Kammer und am Hinterzwiesel in den Sattel zu ziehen. Für diese Belastung wurden weder die Pferde von der Natur noch die Sättel durch den Menschen "konstruiert" - man verzeihe diesen Vergleich. Es wäre durchaus für die Pferde sehr gesundheitsfördernd, wenn sie sofort lernen würden, an jedweder Erhöhung, gleich von welcher Seite aus, der Reiter aufsteigen zu lassen, und wenn in jeden Stall wieder die kleinen Aufsteighilfen eingeführt würden.

Zurück zum schiefen Sattel: selbstverständlich gibt es - zu Glück selten- auch Sättel, die von Beginn an schief sind- das kann durch eine Vermessung beim Hersteller sehr einfach überprüft werden und wird als Reklamationsfall behandelt. So ein Sattel kann manchmal repariert werden, oder er wird ganz neu gefertigt.

Die Hartgummischeiben zwischen Baum und Kissen ermöglichen es den Auflageflächen, sich vom Winkel auf den Pferderücken einzustellen. Wenn es die Einstellung verlangt, daß an einer Stelle keine Distanzscheiben vorhanden sind, muß folgendes beachtet werden. Stimmt der Winkel der Auflagefläche nicht mit dem Pferderücken überein, sollte man die Schrauben nicht ganz fest drehen, um etwas Bewegungsmöglichkeit zu erhalten. Die Schrauben sollten nach erfolgreicher Umstellung des Sattels mit ein paar Tropfen einer flüssigen Schraubensicherung (Locktite o. ä., im Werkzeughandel erhältlich) gesichert werden.

 

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 09. Februar 2016 um 18:51 Uhr